Textiles Gestalten nur im Notfall

Christian Schäffer ist neuer Rektor/Arbeiten am Image der Hauptschule

VON KERSTIN KORNFELD


Pr. Oldendorf. Eigentlich hat Christian Schäffer ja Sommerferien. Aber er geht trotzdem gern zur Schule, schließlich steht für ihn ein Schulwech­sel an. Da will man gut vorbereitet sein. Zusammen mit 46 Jungen und Mädchen beginnt für den 39-Jährigen am 6. August der Unterricht in der Pr. Oldendorfer Hauptschule.

Christian Schäffer ist der Nachfolger von Reinhard Mix, der im Dezember in den Ruhestand verabschiedet wurde. Gestern war der neue Schulleiter aus Detmold angereist, um sich im Rathaus vorzustellen. Und da stattete er auch gleich „seiner" neuen Schule am Offelter Weg einen Besuch ab. Ab dem nächsten Schuljahr werden sich dort rund 350 Schüler tummeln.

Als Chefin der Verwaltung hieß Anke Korsmeier- Pawlitzky den neuen Schulleiter willkommen. Sie schenkte ihm Blumen und einen Bildband über die Stadt, was der Beigeordnete Herbert Weingärtner mit den Worten kommentierte. „Den gibt's normalerweise zum Abschied!"

Zur Zeit lebt Christian Schäffer, bisher Konrektor an der Heinrich- Drake- Hauptschule in Lemgo, mit Frau und Tochter (6) in Detmold, ein Umzug ist geplant: vom Lipper Land nach Osnabrück. „Wir sind gebürtige Osnabrücker." Er freut sich, wie er sagt, auf den „schlecht bezahlten Liebhaberjob" an der Spitze einer Hauptschule mit 25 Kollegen. „Wegen des Geldes würde es sich nicht lohnen!"

Deshalb war er vielleicht der einzige Kandidat für die Stelle. Die Arbeit reizt ihn. „Ich komme aus einer Schule, deren Ruf desaströs war", sagt Christian Schäffer. Allein der Ruf, nicht die Schule selbst, betont er. Zwei Jahre lang hätten Lehrer, Schüler und El­tern gemeinsam daran gearbeitet, sich zu präsentieren, „wie wir wirklich sind." Mit Erfolg. Die Anmeldezahlen stiegen, die Schule wurde wegen ihrer Leistungen ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

Von Lemgo nach Oldendorf: 

Der 39-Jährige war bisher stellvertretender Schulleiter.

FOTO: KORNFELD

 

Den Willen, das Image der Hauptschulen zu verändern, bringt der Neue mit. „Ich will die Schulform in den Focus der Öffentlichkeit rücken. Wir müssen darstellen, was wir tun: zum Beispiel, welch hochwertige Arbeit wir bei Berufsvorbereitung  und -wahl leisten." Wichtig sei es, ein Profil für die Schule zu erstellen, welches ihre besonderen Angebote und Leistungen in den Vordergrund stellt. Die Schulgemeinschaft, sagt Christian Schäffer, müsse dafür sorgen, dass sich alle Beteiligten möglichst wohl fühlten. „Wir müssen gemeinsam die Bedingungen schaffen, dass alle gerne zur Schule gehen, dass sie produktiv und erfolgreich arbeiten."

Neben seinem Job als Chef wird der neue Schulleiter acht Wochenstunden Deutsch und Geschichte geben. Diese Fächer hat er studiert. „Aber unterrichtet habe ich schon fast alles. Nur keine Musik. Und textiles Gestalten nur im Notfall!"

 

Neue Westfälische vom 12.07.2007

Stand: 13.04.13